Nebelschwaden…
Die schwimmende Holzkonstruktion schwankte. Mit einer Flasche Coca Cola (möglicherweise Vanilla Coke) bewaffnet saß ich am Ende des Steges und beobachtete, gedankenversunken, das sich mir aufgebotene Lichterspiel dieser kleinen, althergebrachten Stadt. Beruhigend nahm ich das Plätschern der kleinen Wellen wahr, welche sich sanft gegen den Steg warfen.
Ich nahm einen der Jollies aus meiner Hemdtasche. Würde er meinen Schmerz überdecken können, wie der Alkohol, oder würde er mich gleichgültig ihm gegenüber machen?
Konzentriert beobachtete ich die Flamme, wie sie um das Ende der Tüte tanzte. Ich sog den nach Rosmarin schmeckenden Rauch in mich hinein und ließ die Zeit still stehen.
Harrend, der Dinge die folgen mögen, hätte man mich sehen können. Doch ich war allein. Nicht, so wie üblich, umgeben von Menschen und dennoch isoliert, sondern komplett allein, in Seele und Körper.
Die in mir wohnende Melancholie breitete sich über meinen ganzen Körper aus während ich Zug um Zug meine Lungen auf’s neue mit dem betörenden Rauch füllte. Ich fühlte mich als würde ich in dem nachtschwarzen und mondkalten Wasser versinken. Erste Anflüge von Angst wichen Zufriedenheit, Vorfreude… Hoffnung.
Würde ich nun endlich meine Reise beenden können?
Doch die Vision flimmerte und schwankte, nein! Schwanken tat ich. Ich versuchte es festzuhalten. Doch alles was ich festhalten konnte war ich selbst. Kriechend fand ich meinen Weg zurück.
Wieder hatte ich viel verloren:
Die imaginäre Chance auf ein Ende und einen weiteren Teil meiner Würde.
Normalerweise überlass ich das Denken lieber dem Leser alleine, aber ich möchte hier anmerken, dass ich weder Kiffer bin, noch versuche ich meine Probleme auf diese Art und Weise zu lösen. In der Regel bleiben meine Gefühlsprobleme ungelöst und ich gewöhne mich daran mit ihnen zu leben. Danke für ihre Aufmerksamkeit. – AveN
